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Organtransplantation

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Organtransplantation und Individualität  von Martin Burckhardt

Martin Burkhardt - manche kennen ihn persönlich. Er ist schon lange Mitglied in unserer Selbsthilfeorganisation. Einige werden sich erinnern an die Artikel, die er für die Lenbenslinien schrieb. Vor allen Dingen die schicksalhafte Doppelgeburt in seiner Familie: Als er den Anruf bekam und zur Transplantation gerufen wurde, setzten bei seiner Ehefrau  die Wehen ein. Gleich zweimal wurde neues Leben in der kleinen Familie geschenkt. Einmal durch seinen Organspender und durch die Geburt seiner Tochter. Martin Burckhardt hat nun ein Buch veröffentlicht, in dem er unter verschiedenen Blickwinkeln das Thema Transplantation und Organspende beleuchtet. Er beginnt nicht mit seiner eigenen Geschichte, sondern stellt das Thema Hirntod an den Anfang. Damit zeigt er zum einen die richtige chronologische Abfolge des Spende/Transplantationskomplexes auf (was manche Transplantierte, gefangen in der eigenen Krankheitsgeschichte, vergessen/verdrängen) , zum anderen ist es für Transplantierte und umsomehr für Menschen denen ein solches Schicksal u.U. bevorsteht,  eminent wichtig sich mit dem Organspender und den Umständen zu befassen unter denen “sein“ Organ geschenkt wurde. Er befasst sich mit der inneren Beziehung des Organempfängers zu dem Organspender, mit Möglichkeiten der modernen Medizin und deren ethischen Grenzen ebenso wie mit der Bedeutung der Transplantation für die Möglichkeit dem Leben ein mehr an Sinn zu geben. Er möchte angehen gegen Vorurteile (ethische und medizinische) gegenüber der Transplantation als Therapie. Er lässt die Schwester eines jung verunglückten Mannes zu Wort kommen, der seine Organe gespendet hat.  Erst ganz am Schluss erzählt Martin Burkhardt seine eigene Geschichte, illustriert durch Fotos, einen Tagebuchauszug, OP-Berichte und Untersuchungsprotokolle. Der Abschluss des Hauptteiles bilden “GE-Danken“. Danken und darüber Nachdenken, zur Verarbeitung anregen und zu informieren. Dies waren wohl die Hauptanliegen von Martin Burckhardt mit diesem Buch. Es schließt sich noch eine 60-seitige Dokumentation an. Hier kann der Leser aufgrund von Statistikrn sich selbst ein Bild über den Stand der Organspende und Transplantation in Dtld. machen. Das seit Ende 1997 gültige Transplantationsgesetz ist abgedruckt. Man findet die Adressen der deutschen Transplantationszentren, der Selbsthilfeorganisationen, eine Literaturliste und am Ende am Buchumschlag einen Organspendeausweis . Der Leser muss ihn nur herausziehen und hat keinen Grund mehr nach der Lektüre dieses Buches seine persönliche Entscheidung zu verschieben.
Wer sich für Transplantation und Organspende interessiert, gleichgültig ob Betroffener oder nicht, sollte dieses Buch, das absticht von anderen Veröffentlichungen zu diesem Thema, auf jeden Fall gelesen haben. 
Jutta Riemer, Vorstandsmitglied Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e. V. ,  in: "Lebenslinien" 2/2001

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